Injektage

Die Injektage als Schutz vor aufsteigender Nässe in Bauwerken

Ein weiteres bewährtes Verfahren zum Schutz des Mauerwerks vor aufsteigender Feuchtigkeit ist die Injektage. Ihr Prinzip beruht auf die Unterbrechung der Kapillarwirkung poröser Baustoffe wie Ziegel oder Sandstein durch Einbringen von Substanzen, welche die Poren verschließen und somit eine Barriere bilden.

trockenlegung_mauerwerkeDas Verfahren ist kostengünstig, erfordert jedoch umfangreiches Wissen und eine laufende Kontrolle des Ergebnisses während der Trockenlegung. Wir als Fachbetrieb garantieren eine sorgfältige Ausführung sowie eine Haltbarkeit von bis zu 15 Jahren.

Im Gegensatz zum Mauersägeverfahren muss das Mauerwerk nicht geschlitzt werden, was besonders bei:

  •         historischen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden,
  •         Mauerwerken aus sehr harten Gesteinen wie Granit sowie
  •         der Gefahr von Schäden am Gebäude infolge von Setzungen

von Bedeutung ist. Auch sehr dicke Außenwände lassen sich mit der Injektage trockenlegen. Das Verfahren, bei dem eine Poren schließende oder Wasser abweisende Substanz zur Bildung einer Horizontalsperre über Bohrlöcher in das Mauerwerk eingebracht (injiziert) wird, ist allerdings an folgende Voraussetzungen gebunden:

  1.        das Mauerwerk muss eine gewisse Porenstruktur aufweisen, um die Substanz aufnehmen zu können,
  2.        der Sättigungsgrad mit Feuchtigkeit muss unter 50 % liegen, da die Poren sonst die Substanz nicht mehr aufnehmen können.

Stark durchfeuchtetes Mauerwerk wird daher vor Anwendung des Injektionsverfahrens auf weniger als 50 % Restfeuchte vorgetrocknet.

Anwendung des Injektage Verfahrens in der Praxis

Vor Anwendung der Injektage werden mittels Probebohrungen der Feuchtigkeitsgehalt und die Struktur des Mauerwerks bestimmt. Die Injektion der Substanzen selbst erfolgt über Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 15 bis 35 mm, die in Höhe des Terrains horizontal in einem Abstand von 10 bis 12 cm in die Wand gebohrt werden.

Der Lochabstand ist so gewählt, dass sich die Wirkungsbereiche überlappen und somit eine geschlossene Schicht bilden, welche den Aufstieg von Feuchtigkeit in das darüberliegende Gebäude verhindert. Die Substanz besteht zumeist aus einem Gel auf Silikatbasis, das tief in die Poren eindringt und zu einem festen Harz aushärtet. Dabei werden auch größere Hohlräume erfasst. Das Gel ist für die Bausubstanz und die Gesundheit der Bewohner völlig unschädlich.

Bei mehr als 50 % Feuchtigkeit im Mauerwerk ist eine Vortrocknung erforderlich, damit die Poren das Gel aufnehmen können. Diese erfolgt durch das Einbringen von Heizstäben, die Temperaturen über 100 °C entwickeln, die zu einer Verdunstung des Wassers führen. Der Prozess der Vortrocknung kann je nach Grad der Feuchtigkeit längere Zeit in Anspruch nehmen.

Das Gel dringt entweder durch die Schwerkraft in das Mauerwerk ein oder wird mittels Pumpe eingepresst. Aufgrund der Kapillarwirkung verteilt es sich in einem Umkreis von bis zu 25 cm um das Bohrloch, härtet aus und bildet somit eine wasserundurchlässige Schicht. Das oberhalb dieser Schicht liegende Mauerwerk trocknet vollkommen aus und kann verputzt, gemalert oder mit einer Wärmedämmung versehen werden.

Das Injektionsverfahren hinterlässt nach seiner Ausführung nur unwesentliche Spuren am Bauwerk, auch die Statik wird in der Regel nicht beeinträchtigt. Daher kommt dieses Verfahren vor allem bei Gebäuden aus Natur- und Kunststeinmauerwerk sowie bei Bauwerksteilen wie Pfeiler oder Säulen zum Einsatz, die aufgrund ihres Querschnittes nicht mit anderen Verfahren trockengelegt werden können.

Die Injektage lässt sich auch in Kombination mit anderen Verfahren, etwa der Vertikalsperre erfolgreich anwenden, wodurch deren Wirkung noch gesteigert werden kann. Nach dem Austrocknen lassen sich die Wände verputzen.

Erhaltung der Bausubstanz in historischen Stadtkernen

Gerade in Städten mit zahlreichen historischen Gebäuden und Baudenkmälern sind oftmals umfangreiche Maßnahmen zur Werterhaltung notwendig. Dabei geht es nicht nur um das Stadtbild allgemein, sondern auch speziell um die Erhaltung der Bausubstanz.

Feuchtes Mauerwerk führt jedoch früher oder später zur Zerstörung des gesamten Bauwerkes, außerdem kann Schimmel- und Hausschwammbefall zu gesundheitlichen Schäden bei den Bewohnern führen.

Mit unserem Know-how und einer zehnjährigen Berufserfahrung auf dem Gebiet der Trockenlegungen leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung des historischen Stadtkerns von Görlitz.